Behörden-Dschungel und Strafzettel | Authorities, Jungle And Fines

Wir machen uns zu Fuß auf den Weg zur Botschaft von Guinea um unsere Visa zu beantragen. Für die läppischen acht km sparen wir uns das Taxi und erreichen die Botschaft komplett durchgeschwitz schon nach nur zwei Stunden. Hier ist alles schnell geregelt und wir können die Visa zwei Tage später abholen. In der Zwischenzeit erkunden wir ein wenig die Stadt, erst wieder zu Fuß und dann doch mit den unverschämt günstigen Taxis. Bis auf das Monument de la Renissance Africane können wir aber eigentlich keinen schönen Ort in dieser Stadt ausmachen. Und selbst hier, obwohl man sieht, dass sie sich Mühe geben ist alles vermüllt und dreckig. Auch die Visa für die Elfenbeinküste sind schnell beantragt und fertiggestellt und wir können die Kommentare auf iOverlander („unfreundliches, nicht hilfsbereites Personal“) nicht nachvollziehen. Wir sind sehr froh die Visa am Freitagmittag endlich abholen und unsere Reise fortsetzten zu können.

We make our way on foot to the embassy of Guinee in order to apply for our visas. The eight kilometers take about two hours and we arrive at the embassy completely drenched in sweat. Here we are able to sort everything fairly quickly and we are told to pick up the visas two days later. In the mean-time we explore the city, first on foot and then with the extremely cheap cabs. Except for the Monument de la Renissance Africane we can’t really find a pretty place in this city. And even though one can see that they are trying to make an effort everything was dirty and full of garbage. The visas for the Ivory Coast are also applied for and finished quickly, and we can’t understand the comments on IOverlander (unfriendly and not helpful staff). We are very happy to pick up our visas on Friday and continue our journey.

Wir lassen die Hauptstadt hinter uns und fahren kaum 10 km außerhalb auf einer menschenleeren Autobahn. Diese endet abrupt und wir biegen auf eine seltsamerweise sehr viel befahrene, von Speedbumps durchzogene Landstraße. Wir übersehen eine geeignete Fährverbindung und müssen somit einen Umweg von ca. 100 km in Kauf nehmen. Die letzten 20 km bestehen wieder hauptsächlich aus Schotterpisten mit Sandpassagen. Uns fällt es teilweise schwer überhaupt einen Weg zu erkennen den uns das Navi vorschlägt. Selbst die Einheimischen schauen uns verwundert nach, da wir, endlich angekommen, feststellen, dass unweit von der Offroadetappe eine super Teerstraße verläuft.

We leave the capitol city behind us and find ourselves on a completely empty motorway only ten kilometers out of town. Unfortunately, it ends abruptly and we turn off on to a very busy road with thousands of speedbumps. We completely miss a possible ferry-crossing and therefore we have to drive an extra 100 km. The last 20 km are mainly dirt road with sandy passages. At times we cannot even make out the road at all that our navigation system suggests us. Even the locals are confused as we find a tar road not far from us and we are happy to arrive at camp.

Am nächsten Tag, welcher hauptsächlich von langweiligen, geraden Asphaltstraßen geprägt ist, können wir mit Leichtigkeit die geplanten 420 km zurücklegen. Auf dem Weg passieren wir unzählige Affenbrotbäume, riesige Termitenhügel und brennende Steppen. Kurz vor unserem Etappenziel lernen wir noch A.J. kennen, ein Amerikaner, der das gleiche Ziel hat wie wir jedoch ohne Auto per Anhalter reist. Am Campingplatz angekommen werden wir herzlich begrüßt und dürfen uns sogar frische Mangos von den Bäumen pflücken.

The next day mainly consist of boring straight tarmac roads and the planned 420 km route goes without a problem. On our way we pass tons of Baobab trees termite mounts and burning grassland. Just before we arrive at camp we meet A.J., an American who is hitch-hiking down to Cape Town. We receive a warm welcome at the campground and are able to pick fresh mangos straight from the tree.

Der Tag startet entspannt und wir halten auf dem Weg zur Grenze bei einem lokalen Metallbauer, welcher uns den gebrochenen Halter eines Kanisters schweißen kann. Kurz darauf weicht der Asphalt einer Schotterpiste! Die Ausreise aus Senegal verläuft problemlos und ist in fünf Minuten erledigt. Auch die Einreise nach Guinea ist eigentlich unkompliziert, aber dennoch werden wir in sämtlichen grenznahen Ortschaften immer wieder zum Zoll beordert, welcher sich nur kurz das Carnet anschaut und uns passieren lässt. Kurzerhand beschließen wir auf die schon gefahrenen 140 km nochmal 250 draufzupacken, da es erst 14 Uhr ist und die Straßen wieder gut ausgebaut schienen. Aber wie anscheinend jeden Tag können wir vor erreichen unseres Ziels nicht von Offroadpassagen verschont bleiben. Klar, die machen Spaß, aber halt auch nur wenn man nicht noch 100 km zu fahren hat und die Sonne schon zu Boden fällt… Uns empfangen letzten Endes „nur“ 17 km eines zu breit geratenen Wanderwegs, welcher aber auch von unzähligen normalen überladenen Mopeds, Autos und sogar LKWs befahren ist. Zu allem Überfluss werden wir auch noch bei einer Polizeikontrolle angehalten und müssen 140.000 GF (ca. 14 Euro) Strafe zahlen, weil ich (Alex) bei einem Durchschnittstempo von 10 km/h nicht angeschnallt war… -.- Es wird immer dunkler und wir sind froh als wir für die letzten 60 km wieder Asphalt unter den Reifen haben. Aber selbst hier wurde es nicht unanstrengender. Unbeleuchtete Fahrzeuge, blendende Scheinwerfer, Fußgänger, Tiere und kaum erkennbare Speedbumps füllen die Straßen und wir sind überglücklich als wir endlich in Labe unfallfrei ankommen!

The day starts relaxed and we stop at a metalworker’s workshop on the way to the border in order to fix the broken fuel canister mount. A short while later the tarmac stops, and we are on gravel once again. Exiting Senegal is very easy and is done in five minutes. Entering Guinee is also uncomplicated, even though we are ordered to every customs office close to the border. They all just want to see our Carnet but let us drive on quickly. At short notice we decide to drive another 250 km as it is only two o’clock and the roads seemed to be good again. But as every day we cannot escape an off-road-passage before arriving at our destination. Of course, off-road is always fun but not when you have another 100 km to go and the sun is already setting. Luckily it is „only“ 17 km on a road that looks more like a walking trail. Even here there are loads of overloaded cars, motorbikes, and lorries. To make matters worse we are stopped by a police-checkpoint and must pay 140.000 GF (14 €) because I (Alex) didn’t have my seatbelt on while driving at an average speed of about 10 km/h. It gets darker by the minute and we are extremely happy to have tarmac for the last 60 km. Unfortunately, things don’t get much better as we have to dodge cars without lights, cars with to many lights, people and animals walking on the road and speed-bumps that we can barely see. We are exceptionally happy to arrive in Labe without an accident.

Guinea ist unserer Meinung nach eines der schönsten Länder, welche wir bisher durchfahren haben. Allerdings wird dieses Empfinden durch oft unfreundliche und im Gegensatz zu anderen Ländern nicht herzliche Menschen getrübt. Auch heute werden wir wieder einmal von zahlreichen Polizeikontrollen aufgehalten und kontrolliert. Wir müssen 100.000 GF (ca. 10 Euro) zahlen, weil wir kein Warndreieck mitführen, während Andere durchgewunken werden mit allem möglichem Schund und Minimum drei Personen auf dem Dach… Man hat das Gefühl als Tourist ausgenommen zu werden vor allem, weil von uns eigentlich immer der Höchstsatz oder mehr verlangt wurde. Wir würden allerdings Jedem raten sich einmal kontrollieren zu lassen und Strafe zu bezahlen, denn mit der Quittung kommt man bei Vorlage für 72 Stunden problemlos durch die nächsten Kontrollen. Dazu kommen die Straßen: Die von der EU finanzierten Straßen sind tadellos, allerdings kann es sein, dass die abrupt enden und eine von heftigen Schlaglöchern übersäte Schotterpiste folg und man für ca. 50 km nur noch den ersten Gang benötigt. Die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit trägt dazu bei, dass alle Klamotten, sämtliche Polster im Auto, die Matratze und die Schlafsäcke klamm und feucht sind. Karl scheint das Klima jedoch deutlich besser zu verkraften und fühlt sich pudelwohl! Zu unserem Pech scheint auch das gesamte Land weder über Duschen noch über WLAN zu verfügen.

In our opinion Guinee is one of the nicest countries we have passed through so far. However, this feeling is often overshadowed by in comparison to other countries unfriendly and not welcoming people. Today we are stopped and checked by the police again. Oh, surprise we have to pay 100.000 GF (10 €) again, because we don’t have a safety triangle with us, while others are waved through with a ton of crap and at least three people on the roof… We can’t get rid of the feeling that they try to rip off tourists as they always want the maximum penalty or sometimes even more. We would recommend getting checked once and pay the fine as they give you a receipt which is valid for 72 hours and you can pass the following checkpoints without a problem. Another issue are the roads: The roads that are financed by the EU are wonderful, but it can happen that they stop abruptly and are followed by gravel roads with thousands of pot-holes and you only need first gear for the next 50 km. The heat and the very high humidity also take their toll as all clothes, the seats in the car, the mattress and sleeping-bags are always damp. Karl seems to cope with the climate a lot better and feels very much at home here. Another downside is that the entire country doesn’t seem to have proper showers or any Wi-Fi.

Wir verbringen eine Nacht in einem Hotel-Disco-Schwimmbad-Billiard-Sportbar-Komplex bei unerträglicher Lautstärke, Hitze und Luftfeuchtigkeit. Anschließend werden wir auf dem Weg nach Bossou noch zwei Mal von der Gendarmerie aufgehalten und dürfen selbstverständlich wieder blechen. Wir hatte uns sogar ein Warndreieck besorgt, allerdings wird hier behaupten man benötige zwei… Der eingesetzte Regen lässt die heutige Etappe von ca. 60 km trotzdem zwei Stunden dauern, da die Straße immer kleiner wird und bald nur noch einer Matschpiste mit tiefen Wasserlöchern gleicht. Wir kommen zu einer Chimpanze-Research-Station wo ich unser Camp für die Nacht aufbauen. Uns wird gesagt, dass wir nach dem Regen eine kleine Wanderung durch den Dschungel zu den Schimpansen machen können. Wir werden von unserem Guide abgeholt und wir ziehen, viel zu warm angezogen aus Angst vor Mücken, los. Der Guide hetzt und über einen für uns nicht sichtbaren Pfad den Berg hinauf und wir kommen nach ca. 30 Minuten, komplett am Ende, bei den Affen an. Erst können wir sie nur aus der Entfernung beobachten, dann klettert ein junger Schimpanse bis auf fünf Meter an uns heran und versucht uns mit Stöcken zu bewerfen und sein Geschäft auf uns zu verrichten.

We spent a night in a Hotel-Discotheque-Swimmingpool-Billiards-Sportsbar-Complex with unbearably loud music, heat and humidity. On our way to Bossou we are stopped by the police twice and of course have to pay. We even got a safety triangle but here they are adamant that we need two… It starts raining which means that it takes us two hours for our 60 km trip especially as the road gets smaller and is a mud-track with deep waterholes by the end. We arrive at the Chimpanzee-Research-Station where we set up camp for the night. We are told by the wardens that we can go on a short walk into the jungle to see the chimpanzees as soon as the rain has stopped. We are picked up by our guide and set off into the jungle with too many layers on as we are a bit scared of mosquitos. The guide rushes up a path that is barely visible and it gets steeper and steeper. We arrive at the apes completely exhausted after about 30 minutes. At first, we can only see them from afar but then a young chimpanzee comes very close (about five meters) and tries to throw sticks and his faeces at us.

Am nächsten Tag geht es weiter durch den tiefsten Dschungel Richtung Elfenbeinküste! Die Grenzformalitäten sind wieder recht schnell erledigt. Die Straße nach Man wird zurzeit komplett neu gebaut ist aber noch längst nicht fertiggestellt, was bedeutet, dass Karl wieder richtig arbeiten muss. Tiefe Wasserlöcher, schlammige Anstiege und Abfahrten können ihm aber nichts anhaben und er wühlt sich unbeeindruckt durch.

The next day we make our way to the Ivory Coast through deepest jungle. The border formalities are sorted quickly. The road to Man is currently under construction and far from being finished which results in Karl having to work very hard. Deep waterholes, muddy inclines and declines can’t faze him and he digs through all the challenges we throw at him.

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